Der Wachtelkönig im Ennstal

von Kurt Krimberger, Naturschutzbund Steiermark, Bezirksstelle Ennstal-Ausseerland

Der Wachtelkönig, ein sehr seltener Brutvogel in Österreich fasziniert mich seit Jahren. Dank der langjährigen Bemühungen des Naturschutzbundes unter der örtlichen Leitung von Gerhard Schmiedhofer und dem Präsidenten Prof. Johannes Gepp habe ich im Ennstal jedes Jahr die Möglichkeit dem Ruf dieses Vogels auf den Flächen des Naturschutzbundes zu hören. Ein faszinierendes Schauspiel! Als Hobbyornithologe gilt für mich ein so eindeutiger Ruf wie des Wachtelkönigs als Nachweis, sowie jedermann auch den Ruf des Kuckucks als Nachweis akzeptiert, ob jemals gesehen oder nicht gesehen. Natürlich, wenn leicht möglich will ich natürlich auch jeden rufenden Vogel auch gerne einmal sehen und eventuell auch fotografieren.

Beim Wachtelkönig geistert aber noch immer die alte Lobbyisten Meinung vielfach in der Bevölkerung herum „Gesehen hat man ihn im Ennstal noch nicht, also gibt es ihn möglicherweise gar nicht?“ Ich weiß zwar, dass es eine Lüge ist, weil es nicht viel aber doch Bildmaterial vom Ennstaler Wachtelkönig gibt. Genau diesen Satz habe ich mir trotzdem noch immer sehr oft in unserem Tal anhören müssen und genau das hat mich besonders angespornt seit Jahren immer wieder auf den Beobachtungsstand zu gehen und zu horchen mit dem Hintergedanken ihn auch mal zu sehen, zu fotografieren und möglicherweise auch zu filmen. Aber wie soll man schon einen kleinen Vogel in hohem Gras fotografieren, wann und wo könnte er aus diesem Dschungel herauskommen? Seit drei Jahren probierte ich es intensiv mit viel Zeitaufwand ohne Erfolg. Heuer hatten wir eine ideale Konstellation. Ich saß im renovierten Stadl auf einer Zweischnittwiese die unmittelbar zur Einschnittwiese mit dem häufig rufenden Wachtelkönig angrenzt. Die etwas verspätete Ankunft der Wachtelkönige hat das Gras dieser Zweischnittwiese gerade so hoch werden lassen, dass er sich auch hier sicher fühlte und trotzdem ein Fotografieren möglich war.

Circa zweihundert Meter hinter mir hörte ich und auch der Wachtelkönig auf der Rosswiese einen weiteren Wachtelkönig und deshalb kam er einige Tage immer wieder bei unserem Beobachtungsstadel heraus um in Richtung des anderen Wachtelkönigs zu rufen. Anfangs traute ich meinen Augen nicht als zwischen den Grashalmen ein braunes Köpfchen hervor schaute. Ich bin es glücklicherweise von anderen Vogelarten gewohnt die Kamera schussbereit dabei zu haben und es hat funktioniert, dass mir und später einem anderen Fotografen das Ganze innerhalb einer Woche noch dreimal geglückt ist. Ich hatte Fotos und Film mit Ton. Ich konnte es fast nicht glauben. Ein weiterer Kollege saß eine weitere Woche später drei Tage am gleichen Ort aber ohne Erfolg. Wir hatten einfach Glück!

Da derartige Aufnahme von unserem rufenden Wachtelkönig aus dem Ennstal sehr selten sind, habe ich mich entschlossen, dieses Bildmaterial überall dort zur Verfügung zu stellen, wo es dem Image des Wachtelkönigs im Ennstal hilft, damit er künftig nicht mehr so oft in Frage gestellt wird.

Wahrscheinlich ist es für viele Menschen leichter etwas zu glauben, was man nicht nur hört sondern auch sieht!

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