Moorvielfalt in der Steiermark

„Grüne Lacke“ © Markus Möslinger

Prof. Dr. Johannes Gepp, Präsident | naturschutzbund | Stmk

ELER-Moorkartierung des Naturschutzbundes

Der Naturschutzbund Steiermark führt mit Förderung des Landes und der Europäischen Union umfassende Kartierungen und biologische Erhebung aller rund 400 steirischen Moore durch. Bis 2013 wurden bereits über die Hälfte aller Moore erhoben, bis 2018 erfolgt die Erhebung und Kartierung der restlichen Moore.

Im Zuge dieses Projektes werden die Flächen vermessen, botanische und beispielhafte zoologische Artenbestände aufgezeichnet sowie ein laufendes Monitoring durchgeführt. Die Daten werden in einer Moordatenbank gesammelt.

Die Steiermark verfügt über 2.000 Moor(teil)flächen unterschiedlicher Größe und Qualitäten. Viele davon sind nur noch Reste ursprünglich Moorkomplexe. Das neue Naturschutzgesetz lässt hoffen, dass die Moore absehbar geschützt werden und weiterhin ihre ökologischen Funktionen erfüllen können.

More Moore: Das Moorschutzprogramm des Naturschutzreferates

Der Moorschutz ist ein vordringliches Zukunftsprojekt des Landes. Unter dem Leittitel „More Moore“ der Steirischen Naturschutzstrategie 2025 soll in den kommenden Jahren vor allem die Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern verstärkt werden. Gemeinsam mit den Grundbesitzern soll über Moorschutz diskutiert und ein dauerhaftes Zusammenwirken aller diesbezüglichen Kräfte koordiniert werden.

Gerade dort, wo traditionelle Betriebe seit Jahrhunderten extensiv wirtschaften, sind besonders viele Moore erhalten geblieben. Denn es liegt in der Natur von Großgrundbesitzungen, dass deren Flächen nicht zur Gänze intensiv genutzt werden. Mehrere Stifte der Katholischen Kirche und auch die Bundes- und Landesforste verfügen gemeinsam über zumindest 1/3 der steirischen Moorflächen.

Im neuen Naturschutzgesetz 2017 erlangen die Moore eine besondere Rolle. Der Schutz regional bis international bedeutender Moore wird mit dem neuen Gesetz möglich. Moore mit besonderer Bedeutung sind nun per Verordnung schützbar. Von den bisher kartierten Mooren liegt der Großteil in größeren Schutzgebieten. Moorflächen, die bis dato keinem Schutzstatus unterliegen, sollen in den kommenden Jahren verordnet werden. Zumindest rund 200 wertvolle Moorflächen sollten absehbar als Klimastützpunkte und Artenschutzreservoire erhalten werden.

Weitere Aktivitäten zum Schutz der Moore liefen im Rahmen von EU-geförderten LIFE-Natur-Projekten, wie für das Pürgschachenmoor mit 44 ha oder an der Grenze zu Kärnten für das Hörfeldmoor mit einer Fläche von ca. 175 ha. Die Bundeforste führen österreichweit umfangreiche Renaturierungsprojekte in Mooren mit nationaler und internationaler Bedeutung durch.

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