Fischotter in der Steiermark

Nachhaltiges und gesellschaftsverträgliches Otterbestandsmanagement im Vordergrund

Hofrat Dr. Johann Zebinger, Referatsleiter Naturschutz:

Der Fischotter wäre eine wunderbare Erfolgsgeschichte des Naturschutzes, aber kaum haben sich die Bestände erholt, gibt es Probleme. Er ist vom Sorgenkind zum Problemkind geworden. Es ist bekannt, dass nach der Rückkehr eines Beutegreifers es zu pendelartigen Populationsschwankungen zwischen Räuber und Beute kommt. Zunächst – und da sind wir offensichtlich jetzt – schießt der Otterbestand über das rückläufige Nahrungsangebot hinaus; dann nimmt auch der Otterbestand ab und allmählich stellt sich ein neues Gleichgewicht ein. Das Gleichgewicht zwischen Otter und seiner natürlichen Beute darf allerdings nicht durch Fische, die der Mensch in das Ökosystem einbringt, aus dem Lot gebracht werden. Sonst erhalten wir künstlich überhöhte Otterdichten. Durch die Förderung von Fischotterzäunen und anderen Abwehrmaßnahmen zielt das Land darauf ab, dem Otter den durch Fischteiche reich
gedeckten Tisch zu entziehen und so den Otterbestand nachhaltig zu beschränken, ohne selbst in den  Fischotterbestand eingreifen zu müssen. Letztlich werden wir nur gemeinsam Erfolg haben: Fließgewässerbewirtschafter, Teichwirte, Wasserbau, E-Wirtschaft und Naturschutz müssen gemeinsam an einem Strang ziehen, um den sinkenden Fischbeständen entgegenzutreten. Basisinformationen, wie sie in dieser Broschüre geboten werden, erachten wir für die anstehenden Diskussionen als wichtig!

Fischotter im Visier

Prof. Dr. Johannes Gepp, Obmann des Naturschutzbundes Steiermark:

Der Fischotter, das Wappentier von Naturschutzbund und Berner Konvention ist ins Gerede gekommen. Der Grund dafür ist die Populationszunahme und nun schon flächendeckende Ausbreitung der Art in der Steiermark sowie die vielerorts weit fortgeschrittenen Rückgänge der Fischbestände. Die Lage ist durchaus besorgniserregend, nicht nur wegen der Fische, sondern auch wegen des Otters. Ohne gute Fischbestände kann es auch dem Otter nicht gut gehen. Nur saisonal kann er vermehrt auf Krebse, Frösche und Kröten ausweichen. Für einen langfristig gesicherten Otterbestand brauchen wir unbedingt bessere Naturfischbestände in den Fließgewässern und Seen. Hier liegt eine Mammutaufgabe vor uns, die Fließgewässerbewirtschafter, Angler, Teichwirte, Wasserbau, E-Wirtschaft und Naturschutz nur gemeinsam meistern können. Der vom Land Steiermark verfolgte Weg, das künstliche Futterangebot für den Otter durch die Zäunung von Teichen landesweit zu beschränken und so für nachhaltig weniger Otter zu sorgen, erscheint uns der richtige Weg und findet unsere volle Unterstützung: Wir müssen alles tun, dass sich wieder ein „natürliches Gleichgewicht“ zwischen Otter und Fischbestand einstellen kann.


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