Fest für die Schwarze Sulm in Schwanberg

Flussliebhaber feiern Österreichs Naturjuwel – die Schwarze Sulm

„Wir wollen ein Zeichen setzen und auf die Einmaligkeit der Schwarzen Sulm und deren Bedrohung hinweisen“, so Franz Zirngast, Obmann des Arbeitskreises zum Schutz der Koralpe. Der Arbeitskreis und die Plattform Rettet die Schwarze Sulm haben Österreichs FlussfreundInnen zum breiten Schulterschluss für die Rettung der Schwarzen Sulm aufgerufen - viele sind dem Ruf gefolgt und kamen am vergangenen Freitag zum Fest in Schwanberg: WWF, Umweltdachverband, Naturschutzbund Steiermark, Riverwatsch und zahlreiche Menschen, die mit Leidenschaft für die Sulm eintreten. Alle wollen das besondere Naturjuwel mit seiner noch intakten Flussnatur schützen.

Die Schwarze Sulm zählt zu den naturbelassensten Gebirgsgewässern Österreichs. Ihr Oberlauf ist durch Ursprünglichkeit und weitläufige Unerschlossenheit ein einzigartiger Lebensraum. Einschließlich der Weisen Sulm sind es hochwertige Schluchtstrecken unseres Landes. Von der Schönheit und Einzigartigkeit konnten sich die vielen Teilnehmer bei einer nachmittäglichen naturschutzfachlichen Exkursion entlang des Flusses überzeugen. Geplant sind die Kraftwerke Schwarze Sulm und Seebach. Dazu kommt das Projekt Pumpspeicher-Koralm, hier wird ebenfalls auf das Wasser der beiden Flüsse zurückgegriffen. Dadurch verkommt der wunderbare Gebirgsfluss zu einem Rinnsal.

Am Abend fand eine Podiumsdiskussion auch mit Vertretern aus der Politik statt. Landessumweltanwältin Ute Pöllinger und Landtagsabgeordnete Sabine Jungwirth setzen sich seit Jahren für die Sache ein. Für Franz Maier, Präsident des Umweltdachverbandes, ist die im Raum stehende Ökostromförderung des Sulmkraftwerks von rund drei Millionen Euro geradezu absurd. „Die Subventionierung dieses energiewirtschaftlich nicht darstellbaren Kleinwasserkraftwerks, welches nur in Folge einer Reihe an Formalfehlern und unglücklichen Umständen noch nicht vom Tisch ist, durch öffentliche Gelder, würde nicht nur die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie konterkarieren, sondern einen negativen Präzedenzfall schaffen, der dramatische Auswirkungen auf die gesamte Gewässerlandschaft des Landes sowie darüber hinaus hätte. Die aktuellen Entwicklungen an diesem Naturjuwel gehen an einer notwendigen modernen und naturverträglichen Energiewende völlig vorbei“, kritisierte Maier.

Nach den höchstgerichtlichen Urteilen vom Mai d. J. stehen wichtige Bewilligungen für den Kraftwerksbau noch aus. Für dieses 940 MW-leistungsstarke Pumpspeicherkraftwerk im Koralmgebiet muss nun doch eine Umweltveträglichkeitsprüfung (UVP) durchgeführt werden. Zudem wird der Schwellenwert der Gesamtkapazität und die Hektargröße der  Rodungsfläche aufgrund der besonderen Lage im Schutzgebiet überschritten. Das Kraftwerksprojekt würde das Natura-2000 Gebiet beeinträchtigen. Dieser Naturraum zeichnet sich durch zahlreiche geschützte Arten und Naturdenkmale aus.

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