Webinar Interreg/Steirische Raab

Ein erfolgreiches Webinar zum aktuellen Status und zu den Zukunftsaussichten bezüglich Naturschutz, Jagd, Landwirtschaft und Gewässerplanung im steirischen Einzugsgebiet der Raab!

 

Am Montag, 26. April, fand im Zuge des Interreg-Projektes ATHU77 WeCon ein Webinar des | naturschutzbund | Steiermark statt, welches vom Steirischen Volksbildungswerk technisch gehostet und von Daniela Zeschko von der Natur.Werk.Stadt moderiert wurde. In dieser länder- und staatenübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Österreich und Ungarn  geht es vor allem um die Erhaltung der Feuchtlebensräume im Einzugsgebiet der Raab. Ziel ist es, diesen Flusslebensraum mit seinen Biotopen wie Wasserkörper, Alt- und Totarmen, Schotterbänken, Röhricht, Auwald und Talbodenwiesen länderübergreifend durchgängig zu bewahren und zu entwickeln.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Dr. Frank  Weihmann vom | naturschutzbund | Steiermark dieses Projekt kurz vor; der | naturschutzbund | Steiermark widmet sich dabei dem steirischen Hauptverlauf der Raab außerhalb des Berglandes. Dr. Weihmann berichtete über aktuelle Erhebungsdaten bezüglich schutzwürdiger Arten und deren Lebensräume sowie über die Evaluierung invasiver Neophyten und Neozoen.

Der nächste Referent war DI Markus Marschnig von der Steirischen Landesjägerschaft, der in seinem Vortrag einerseits Missstände aufzeigte, jedoch gleichzeitig konstruktive Maßnahmen seitens der Jägerschaft sowie äußerst positive Entwicklungen vorstellte. Deutlich wurde dabei, dass im Selbstverständnis der meisten Jäger*innen bereits eine grundlegende Wandlung stattgefunden hat, die sich zusehend auch nach außen hin manifestiert. Große Teile der Jägerschaft sorgen mit Idealismus und Herzblut dafür, dass – um beim Beispiel Raab zu bleiben – entlang dieses Gewässers Naturflächen wieder zu artenreichen Zonen werden, wobei die Biodiversität im Vordergrund steht und die eigentliche Jagd in den Hintergrund rückt.

Als Dritter im Bunde berichtet Franz Uller, Kammerobmann der Landwirtschaftskammer Südoststeiermark, über historische und wirtschaftliche Entwicklungen, welche dazu geführt haben, dass viele landwirtschaftlich genutzte Flächen eine für hiesige Verhältnisse enorme Größe erreicht haben, wobei gleichzeitig Feldraine und vergleichbare Randzonen zusehends aus dem Landschaftsbild verschwunden sind. Jedoch findet auch im Bereich der Landwirtschaft verstärkt ein Umdenken statt, und speziell jüngere Generationen von Landwirten zeigen sich aufgeschlossen für Konzepte, die sowohl dem Aspekt der Landschaftspflege als auch dem Artenreichtum zuträglich sind. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Fall, dass ein Hebel auch bei den teils lebensfeindlichen wirtschaftlichen Bedingungen angesetzt werden muss, die nicht wenige Landwirte dazu nötigen, auch den letzten freien Quadratmeter zu bewirtschaften.

Zum Abschluss dieses gelungenen, gut besuchten und äußerst informativen Webinars stellte Prof. Dr. Steven Weiss von der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Graz erfolgreiche Projekte vor, im Zuge derer Flußläufe bzw. Seitenarme wieder revitalisiert wurden. Die meisten dieser positiven Beispiele aus Österreich und Bayern wurden anschaulich durch Luftaufnahmen verdeutlicht, wobei jedoch die Bedeutung überregionaler Konzepte ebenfalls nicht unerwähnt blieb.

Dass Bedarf an derartigen Webinaren besteht, welche sich mit einer zentralen Thematik und verschiedenen Sichtweisen auf konstruktive Weise befassen, war nicht zuletzt an den zahlreichen Publikumsfragen erkennbar, welche von Kompetenz und Interesse zugleich zeugten! Auch für die Mitarbeiter*innen der Natur.Werk.Stadt sind solche inhaltlichen Fachinputs eine wertvolle Weiterbildung. (28.04.2021)

 

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