Diese Ostern blühen die Bäume heuer im Übermaß! 2026 im Garten, Park und Wald wieder ein Blühjahr in der Steiermark! Seit der Jahrtausendwende Mastjahre in ungewohnter Folge: Prächtig, aber warnend!
Graz, 01.April 2026. Die Mehrzahl der heimischen Bäume und Sträucher vor allen im der Südhälfte der Steiermark wird in den nächsten Tagen voll erblühen und zwar mit auffällig dichten Blütenschmuck. Im Vorjahr hat eine lange währende Vegetationsperiode den Hölzern Energie geliefert und überdurchschnittliche Wärme Impulse gesetzt, die zur Ausbildung vieler Blütenknospen führten. Bis zum Ostersonntag werden mit steigenden Temperaturen viele Sträucher und Bäume steiermarkweit prächtig erblühen, auch exotische Arten in Parkanlagen. Noch sind die Auswirkungen der in rascher Abfolge zu beobachtenden Mastjahre – so nennt man Jahre mit übermäßigem Blüh- und Fruchtansatz - nicht in allen Details einzuschätzen. Sie sollten in Vieljahresabständen, - alle 4, 8 oder 11 Jahre - auftreten, seit der Jahrtausendwende aber oftfach gegeben, für mehrere Baumarten nun schon das 4. Jahr in Folge – wir sollten sie als Zeichen des Klimawandels deuten, unsere Bäume stehen unter Stress!
Hintereinander mehrfach auftretende Blühjahre sind für Bäume und Sträucher energieaufwendig. In den letzten Mastjahren wurden Bäume beobachtet, die nur Blüten ansetzten und keine Energie mehr für ihre Blätter aufbrachten.
Ein Zuviel an Blüten kann in Obstkulturen dazu führen, dass die Mehrzahl der Früchte klein bleibt. Daher müssen die überzähligen Blüten händisch entfernt werden, was aufwendig ist. Mitunter können dabei Blütenschädlinge wie Apfelblütenstecher in ihrer Wirkung einmal nützlich sein.
Die zunehmende Häufigkeit der Blühjahre korreliert mit den zunehmenden Temperaturen des Klimawandels seit der Jahrtausendwende. Man könnte meinen, ein Meer von Blüten ergibt ein Mehr an Samen und dadurch eine bessere Vermehrung. Versuchen die Bäume im Klimawandel durch Vermehrung besser zu überleben? Oder könnten mehr Samen zu einer besseren Selektion hitzeresistenter Individuen für die Zukunft beitragen? Möglicherweise haben die seit Millionen Jahren existierenden Baumarten ein Klimagedächtnis, um auf Veränderungen in der Umwelt zu reagieren? Interessant ist jedenfalls, dass auch die Massenblüte vergangener Jahre nicht nur einzelne Bäume oder einzelne Baumarten betraf, sondern oft die Mehrzahl unserer Baumvielfalt.
Für 2026 erwartet der Naturschutzbund ein ungewöhnliches Massenblühen der Schwarzerlen, die massenblütigen Haseln sind schon abgeblüht. Auch ein massives Erblühen der Birken steht unmittelbar bevor. In Gunstlagen blühen die Schlehen wie weiße Flecken in der Landschaft. In Parkanlagen sind es auch die meisten der exotischen Baumarten, die erblühen. Heuer sind die Magnolien überdurchschnittlich blütenreich, exotische Kirschbäume, aber auch fremdländische Tannenarten blühen im Übermaß, während die heimischen Fichten und Tannen heuer großteils aussetzen. Sie waren 2022 in auffälliger Massenblüte. Auch die unterschiedlichen Thujen-Arten setzen heuer wieder zum Erblühen an, während die heimischen Eiben bereits abgeblüht sind – beide seit Jahren massenblütig. Auch Kletterpflanzen wie der Efeu, der nicht nur Mauern erklimmt, sondern auch allzu viele Bäume umrankt, zeigt derzeit massenhaft die Früchte des Vorjahres – mehr als sonst beobachtbar.
Fotos für Medienveröffentlichungen honorarfrei. Massenblühen in Graz C: Johannes Gepp, Naturschutzbund Steiermark
Dieses und weitere Fotos in Druckqualität zum Download: https://www.naturschutzbundsteiermark.at/bilder-download.html
Es ist zu hoffen, dass es in den nächsten Tagen, nach dem schönen Osterfrühling, ausreichend Niederschläge gibt, damit neben den Blüten unsere Bäume auch entsprechend viele Blätter entfalten können. Regen verringert auch die Streuung der allergieerzeugenden Pollen. Im Vorjahr war das Zweigwachstum überdurchschnittlich. Dementsprechend wurden durch Nassschnee dieses Winters unzählige Äste gebrochen und ganze Strauchreihen umgeknickt. Im Vorjahr 2025 haben viele heimische Sträucher ein Längenwachstum ihrer Zweige von deutlich über 1 m entwickelt, bei gleichzeitig dünnen Stämmchen. Nun tragen manche dieser Vorjahrszweige eine Unmenge an Blüten, die den Energiehaushalt der Pflanzen fordern.
Text und für weitere Auskünfte:
Prof. Dr. Johannes Gepp, Ökologe in Graz, 0664 3923048, j.gepp@naturschutzinstitut.at