Natur an der Mur

Mit dem Europaschutzgebiet „Grenzmur“ in der Steiermark beginnt ab Spielfeld ein 1000 km langer Flussabschnitt, der über die Drau hinaus bis zur Donau unverstaut ist.
Der Grenzmur-Abschnitt ist nicht nur für das Fluss-System Mur-Drau-Donau von größter naturräumlicher Bedeutung. Diese ungeheuer große zusammenhängende Aulandschaft ist auch mit dem Grünen Band Europas, Europas größtem zusammenhängenden Natur-Lebensraum, der von Finnland bis zum Schwarzen Meer reicht, verbunden.
 

Besonderheiten in Mur und Au

© Gepp

Fische wie der Goldsteinbeißer brauchen unberührte, saubere Gewässer, wie die kleinen Nebenflüsse der Mur, als idealen Lebensraum.

Die zierliche Gottesanbeterin, die einzige Vertreterin der Fangschrecken, die bei uns heimisch ist, lebt in der unberührten Au. Das Foto ist während der ORF-Dreharbeiten entstanden.

Im Frühjahr erstrahlt der Auwald rund um die Lahn - ein altes Wort für Altarm - im Glanz eines Blumenmeeres. Hier blühen Frühlingsknotenblume, Schneeglöckchen und der stark duftende Bärlauch rasch, bevor das Laub der Aubäume austreibt. Jetzt erinnern die knallroten Früchte des Aronstabes an diese Pflanzenfülle im Schatten der Gehölze.

Naturschutzbund an der Grenzmur

Heuer vor genau 10 Jahren erwarb der Naturschutzbund Steiermark gemeinsam mit der Stadtgemeinde Bad Radkersburg sein erstes Grundstück in den Auen der Grenzmur - die „Warme Lahn“ - ein Muraltarm flussabwärts von Bad Radkersburg in den ausgedehnten Auen rund um Laafeld.
Das Besondere an diesem Altarm sagt uns bereits sein Name. Die „Warme Lahn“ fror im Winter niemals zu und galt unter heimischen Fischern als ausgezeichnetes Hechtwasser.

Gefahr für die Mur

© Haber

Das biogenetische Reservat „Murauen im Grazer Feld, Leibnitzer Feld und zwischen Spielfeld und Sicheldorf“, das seit 1996 zum Netzwerk gehört, umfasst charakteristische Besonderheiten wie einen stellenweise sehr naturbelassenen Auwaldgürtel über die gesamte Länge der Grenzmur.

Das Vorkommen zahlreicher Feuchtgebiete und die Wichtigkeit der Erhaltung des Auwaldgebiets waren unter anderem ausschlaggebend für die Ernennung zum biogenetischen Reservat. Es beherbergt auch zahlreiche seltene oder gefährdete Arten und beinhaltet typische und gefährdete Lebensräume.

Aufgrund der Bedrohung dieses wertvollen biogenetischen Reservats durch den geplanten Bau weiterer Kraftwerke wird die Wichtigkeit der Einhaltung der Ziele des Prädikats wieder zu einer hochaktuellen Thematik.

Murauen Gralla

© | naturschutzbund | Steiermark

Die als Landschafts-Schutzgebiet ausgewiesene Gralla Au (Bezirk Leibnitz, Steiermark) war der Wunsch-Standort der Betreiber (ein Tierarzt und vier Landwirte). Geplant war ein Super-Schweinestall mit ca. 2.000 Muttersauen, die rund 50.000 Ferkel im Jahr produzieren sollten, mitten in der sensiblen Aulandschaft von Gralla; mitten im Landschaftsschutzgebiet, nahe eines Naturschutzgebietes, im Nahbereich von Trinkwasserbrunnen für mehr als 100.000 Menschen und im Hochwasserabflussgebiet.

Die Bürgermeister von Gralla und Ragnitz, verschiedene Tier- und Naturschutzorganisationen sowie eine eigens gegründete Bürgerinitiative mit 3.000 Unterstützern haben ihr Ziel erreicht: Die Betreiber des Projektes haben aufgegeben.

Angefochten wurde die Schweinefabrik mit allen rechtlichen Mitteln, mit Öffentlichkeitsarbeit hauptsächlich durch die beiden Bürgermeister und der Gründung der Initiative „Plattform gegen Tierfabriken“. Diese traf sich im Schloss Laubegg und erarbeitete vier Grundsätze, die man in der Zukunft auch bei ähnlichen Projekten zum Maßstab machen möchte:

1. Lebensqualität für Mensch und Tier statt Geruchsbelastung und Verunreinigung von Wasser und Boden.
2. Keine Sonderstellung für Tierfabriken.
3. Für artgemäße Tierhaltung und Lebensmittel aus naturnaher bäuerlicher Landwirtschaft.
4. Gegen Profitgier, die unsere Lebensqualität zerstört.

 

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