Frank WEIHMANN (Naturschutzbund) präsentiert das Webinar: „Anlage von 100 Kleingewässer zur Förderung der Lebensraumvernetzung in der Steiermark“
Kostenloser Zoom-Vortrag des Naturschutzbundes Steiermark im Rahmen des Naturwissenschaftlichen Vereins für Steiermark, Fachgruppe Ökologie.
Bestandsanalysen machen deutlich, dass trotz Bemühungen des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes einerseits der Gewässerschwund, andererseits die häufig schlechte standörtliche Qualität, Kleingewässer nach wie vor zu einem gefährdeten Biotoptyp machen. Dabei besitzen Gewässer-Netzwerke, bestehend aus einer Reihe von kleinen stehenden Gewässern, eine hohe Relevanz und großes Potenzial für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Regionale Vorkommen etlicher wassergebundener Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet, weil ihnen die Lebensgrundlage entzogen wurde. Dabei sind stehende Kleingewässer von besonderer Bedeutung für das Leben im Süßwasser. Ihr Beitrag zur regionalen Vielfalt ist nachweislich der größte aller Binnengewässer – insgesamt beherbergen sie 70 % des regionalen Süßwasser-Artenpools in europäischen Landschaften.
Das Projekt behandelt konkrete Maßnahmen des Kleingewässerschutzes durch Revitalisierung, Neuanlage und nachhaltiger Pflege unter der Berücksichtigung von Aspekten des Biotopverbundes, um der Gefährdung des Kleingewässerschwundes auf biodiversitätsrelevanten Flächen zu begegnen.
Projektziel ist es, mindestens 100 Kleingewässer, verteilt über die Steiermark, in verschiedenen Lebensräumen, wie Grünland, Auwälder und Feuchtgebiete zu schaffen bzw. zu revitalisieren. Zumeist sollen Aggregation aus 2 bis 15 Einzelgewässer entstehen. Diese naturnah angelegten Gewässer sollen zum einen einer Vielzahl an verschiedenen Organismen (Amphibien, Arthropoden, Mollusken, Vögel etc. und Pflanzen) und zum anderen speziell auf gefährdete Arten (z. B. Gelbbauchunke, Alpen-Kammmolch, Wasserfeder) ausgerichtet sein und als Lebensraum, Vernetzungselement und wichtige Trittsteinbiotope dienen. Das Projekt beinhaltet zudem eine Erfolgskontrolle und Evaluierung sowie Pflegemaßnahmen und ein Neophytenmanagement.

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